Wie wird persönliche Veränderung im Coaching bewusst gefördert?
Über drei Jahrzehnte begleiten wir als Coaches und Ausbilder persönliche Entwicklungsprozesse. Diese Erfahrungen haben unser Verständnis davon geprägt, welche Faktoren sich als besonders bedeutsam erweisen. Wir haben einige der wesentlichen Prinzipien verdichtet und werden in den nächsten Wochen darauf differenzierter eingehen. Wir sind überzeugt, dass das Achten auf diese Wirkfaktoren Coaches hilft, Veränderungen noch bewusster anzusteuern und zu fördern.
Veränderung geschieht im Hier und Jetzt
Persönliche Transformation basiert auf emotional intensiven Erfahrungen und Wiederholung – und sie findet immer in der Gegenwart statt. Ob problem- oder lösungsorientiert vorgegangen wird, ist dabei weniger entscheidend als die Arbeit mit dem gegenwärtigen Erleben des Klienten.
Erfahrungslernen in der Beziehung
Ein zentraler Aspekt ist die emotionale Resonanz und der sichere Kontakt zwischen Coach und Klient. Wenn sich ein Klient in seinem Erleben – besonders mit unangenehmen oder abgelehnten Zuständen – wahrgenommen und verstanden fühlt, kann er diese im Coaching leichter betrachten und annehmen.
„Schlimm-Zustände“ werden im Alltag oft unbewusst vermieden. Ein Coach, der diese mit annehmender, neugieriger Haltung ins Gewahrsein bringt, ermöglicht dem Klienten, diese Erfahrungen innerlich zu halten und zuzulassen.
Im gegenwärtigen Erleben arbeiten
Klienten sprechen meist von Schwierigkeiten aus der Vergangenheit oder über Befürchtungen für die Zukunft. Die damit verbundenen Gefühle sind jedoch gegenwärtig – werden aber oft vom Reden überlagert.
Entscheidend ist nicht das Thema selbst, sondern wie die Person sich darauf bezieht. Die Fähigkeit des Klienten, gegenüber der eigenen Erfahrung präsent zu bleiben, ist für den Coaching-Erfolg zentral.
Polarisierungen verstehen und entspannen
Polarisierte Anteile im inneren System erzeugen Spannungen und kosten viel Kraft. Im Dialog mit Persönlichkeitsanteilen können diese mehr von ihren Erfahrungen und Bedürfnissen zeigen. Wenn sich bekämpfende Zustände tiefer verstanden fühlen, können sich Spannungen lösen und neue Perspektiven entstehen.
Was wir tiefer kennen und wohlwollender betrachten können, das kann sich verändern.
Gegenüberstellung alter Zustand – neue Erfahrung
Idealerweise sollten sowohl der problematische Ist-Zustand als auch eine neue Erfahrung innerhalb einer Sitzung in der Tiefe erlebt werden, damit das Neue nachhaltig wirkt.
Beim achtsamen Erkunden wird ein früheres, prägendes Muster aktiviert, ohne dass die Person emotional überschwemmt wird. Wenn „alte“ Gefühle in unerschrockener, annehmender Haltung erlebt werden, ist das meist eine intensive und heilsame neue Erfahrung.
Gleichzeitig oder kurz danach sollte eine korrigierende Erfahrung aktiviert werden, die die bisherige emotionale Verknüpfungen direkt „überschreibt“.
Mit körperorientierten, achtsamkeitsbasierten Methoden sowie IFS lassen sich diese Schritte bewusst steuern. Dass dies auch virtuell möglich ist, finden wir besonders spannend. Entscheidend sind die emotionale Resonanz und klares Führen im Prozess.
Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?
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