Wie veränderung gelingt: anders, nicht falsch

„Jahrelang dachte ich: Mit mir stimmt etwas nicht. Heute weiß ich: Ich nehme nur anders wahr als viele andere."

Manuela arbeitet in der Führungskräfteentwicklung und im Führungskräftecoaching eines großen Konzerns. Sie hat unsere Weiterbildung „Psychologie der Veränderung“ absolviert. Wir haben sie gefragt, was sich verändert hat – ganz konkret, im Alltag.

Seit meiner Jugend hatte ich das Gefühl: Ich passe nicht richtig rein.

Wenn andere auf meine Art zu fragen, wahrzunehmen oder zu denken irritiert reagierten, zog ich daraus automatisch den Schluss: Mit mir stimmt etwas nicht.

Das hat mich über Jahrzehnte begleitet.

Durch die Weiterbildung ist mir etwas klar geworden, das mein Selbstbild grundlegend verändert hat: Ja, ich bin tatsächlich anders als viele andere. Aber nicht falsch.

Und was ich an mir als Schwäche gelesen habe – diese Tiefe, diese Sensibilität, dieses intensive Wahrnehmen – das ist ein Geschenk.

Was sich konkret verändert hat

Früher habe ich Irritationen bei anderen sofort auf mich bezogen.

Heute merke ich viel schneller: Das ist die Irritation des anderen – nicht meine.

Dieser Satz klingt schlicht. Aber er verändert mein Leben völlig.

Das Bedürfnis, verstanden zu werden, ist immer noch da. Aber ich kann heute viel schneller einordnen: Da steckt nicht automatisch Ablehnung dahinter. Mein Gegenüber kann in dem Moment mit dieser Art oder Tiefe einfach nichts anfangen. Und das ist okay.

Wie sich das innerlich anfühlt

Ich habe dafür ein Bild: wie ein Ball auf einer Brunnenfontäne.

Der muss ganz fein ausbalanciert sein, damit er sich drehen kann, ohne wegzufallen. Nichts Starres. Nichts Perfektes. Ein ständiges feines Ausgleichen – und trotzdem stabil.

Oder wie ein Sonnensystem: Alles bewegt sich, aber bleibt in seiner Bahn.

Genau so fühlt sich meine innere Ruhe heute an.

Was die Weiterbildung ausgelöst hat

Das Prägendste war die Arbeit mit inneren Anteilen. Zu verstehen: Warum reagiere ich so, wie ich reagiere? Was schützt dieser Teil von mir gerade?

Heute kann ich manchmal beobachten: Ah, jetzt meldet sich wieder ein Anteil. Und dann muss ich oft über mich selbst lachen. Das macht vieles leichter.

Besonders bewährt hat sich die Arbeit mit meinem inneren Kritiker. Ich habe ihn kennenlernen können – und mit ihm Vereinbarungen getroffen, wie wir künftig gut miteinander arbeiten. Von Coaching zu Coaching wurde es entspannter. Heute ist er noch da, aber in einer abwartenden, mir vertrauenden Haltung. Ich freue mich sogar, dass er da ist – denn er gibt mir auch eine gewisse Sicherheit, was die Qualität meiner Arbeit angeht.

Was ich mir selbst gegenüber gelernt habe – verstehen statt verurteilen – das verändert auch, wie ich anderen begegne.

Ich merke, dass ich fast automatisch in einer Okay-Okay-Haltung unterwegs bin – ich bin okay, du bist okay. Ich merke schnell, wenn ich da rausgehe, und kann mich genauso schnell wieder neu orientieren.

Das war früher anders.

Wie es heute ist

Das spüren inzwischen auch andere.

Eine enge Kollegin – die mich überhaupt erst zum Coaching gebracht hat – hat mir gespiegelt, dass eine deutliche Entwicklung sichtbar ist. Dass ich souveräner auftreten kann als früher.

Das höre ich von außen. Und ich merke es selbst.

Diese Souveränität spüren auch meine Klienten. Ich würde diese Fähigkeit zur Tiefe niemals hergeben wollen – auch wenn sie manchmal kostet. Denn genau sie ist es, die mir in meiner Arbeit mit Führungskräften ermöglicht, wirklich hinzuschauen. Nicht nur an der Oberfläche zu arbeiten, sondern dort, wo Veränderung wirklich entsteht.

Mit mir stimmt alles.

Foto: Johannes Männer in Seeon 2024 (https://www.linkedin.com/in/johannes-maenner-agile/)

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